| 1728
|
Jean
Jaques Bury wird in Straßburg
geboren.
|
|
1759
|
Am 3. September heiratet er in Hanau
Catharina Tessonier und kann sich damit "würdig etablieren".
|
|
|
Er
richtet ein "Graveur-Etablissement" ein, nimmt Gesellen und
Lehrlinge an und begründet die Firma Bury.
|
|
1760
|
Geburt seines Sohnes Johann Jakob, des
ersten von zwölf Kindern.
|
|
|
Johann
Jakob Bury erlernt das Goldschmiede-Handwerk und wurde vom Vater frühzeitig
auf die Geschäftsübernahme vorbereitet. Er beendete seine Lehrzeit in
Paris, fühlte aber keine Neigung, in Hanau seßhaft zu werden. Er reiste,
seinen Lebensunterhalt als Goldstecher und Musiklehrer verdienend, bis
nach Amerika und kehrte erst nach 1797 in die Heimatstadt zurück, wo er
bald darauf, mit 46 Jahren, starb.
|
|
1763
|
Geburt des Sohnes
Friedrich.
|
|
|
Friedrich
Bury, dessen Talent vom Vater gewissenhaft gefördert wurde, bildete sich
bei Anton Tischbein zum Maler aus. Über Aufenthalte in Rom, Weimar,
Dresden und Berlin erlangte er schließlich eine Anstellung als Hofmaler
der Fürstenhöfe von Kassel und Brüssel. Er war ein geschätzter
Portraitmaler, der mit bedeutenden Zeitgenossen in geistiger Verbindung
stand. Unermüdlich stellte er seine Beziehungen in den Dienst der Familie
und führte der Firma zahlreiche Kunden aus dem Hochadel zu.
|
|
1772
|
Jean
Jaques Bury wird als 2. Lehrer an
die neugegründete Hanauer Zeichenakademie berufen.
|
|
|
Dem
Wunsch der Hanauer Goldschmiede folgend hatte Landgraf Wilhelm IX. am 20.
Juli die Zeichenakademie gestiftet, damit die "
Beschwerlichkeiten" ein Ende haben, "mit welchen sie diese Kunst
bisher in Ermangelung einer öffentlichen Zeichen-Schule in der Fremde
erlernen müssen".
|
|
1778
|
Geburt des Sohnes
Conrad
|
|
1782
|
Geburt des Sohnes
Isaac Pierre
|
|
1785
|
Am 26. August stirbt
der Firmengründer Jean Jaques Bury.
|
|
|
Aus
einer Familie stammend, deren Ursprünge in der Schweiz zu suchen sind und
die später, nach der französischen Besetzung Straßburgs, in den
Problemkreis religiöser Intoleranz geriet, hat es J. J. Bury in Hanau
schnell zu Ansehen und Vermögen gebracht. Sein Lehrauftrag an der
Zeichenakademie bot ihm die seltene Gelegenheit, die Ausbildung seiner älteren
Söhne persönlich zu übernehmen und ihnen seine handwerkliche Erfahrung
auf ideale Weise nutzbar zu
machen.
|
|
1789
|
Catharina Bury , die
das Geschäft weiterführt, erhält für 5 Jahre Steuerbefreiung, obgleich
diese "regualiter den nachgelassenen Weibern nicht gewährt werden könne".
|
|
1792
|
Ihr Schwiegersohn,
der Goldarbeiter Joh. Konrad Leonhard, tritt in das Geschäft ein.
|
|
|
Er
war ihr keine sonderliche Stütze, denn seine eigenen Unternehmungen
gerieten bald in Konkurs, der die Witwe ebenfalls belastete.
|
|
1802
|
Die beiden jüngsten
Söhne Jean Jaques Burys, Conrad und Isaac, sorgfältig ausgebildete
Goldschmiede übernehmen das Geschäft.
|
|
|
Die
Zusammenarbeit der beiden Brüder begründete die Burysche Tradition, dass
sich zwei Familienmitglieder die Geschäftsführung teilen. Sie währte zu
diesem Zeitpunkt nicht lange: Conrad Bury, stets kränklich, starb im
Alter von 31 Jahren.
|
|
1815
|
Isaac Bury, nunmehr
alleiniger Firmeninhaber, wird Ehrenmitglied der Hanauer Zeichenakademie
"wegen seiner bekannten Liebe und Neigung für Künste und
Wissenschaften, sowie wegen Schutzes und der Pflege so er diesen
schenkt".
|
|
|
Diese
frühe Würdigung Isaacs Burys bezeichnet seine künstlerischen Fähigkeiten
und seine handwerkliche Reife. Die Firma erlebte unter seiner Führung
einen bedeutenden Aufschwung, den die politische Beruhigung nach den
Befreiungskriegen begünstigte.
|
|
1818
|
Todesjahr
Catharina Burys
|
|
1825
|
Isaac Bury kauft das
Haus "Zum Goldenen Mörser".
|
|
|
Bis
zu seiner Zerstörung im Jahre 1945 blieb dieses Gebäude das Geschäftshaus
der Firma. Sein Name gestaltete sich zum Buryschen Warenzeichen, dem Mörser.
|
|
1837
|
Isaac Bury
heiratet Marie Louise Steitz
|
|
1839
|
Geburt des Sohnes
Friedrich.
|
|
|
In
einem Gratulationsbrief der Kurfürstin Auguste von Hessen-Kassel heißt
es: " ...und sollte er dereinst ein Ziselier werden, so möge er ein
ebenso geschickter als sein Vater werden".
|
|
1841
|
Geburt der Tochter Charlotte Melanie
|
|
1843
|
Geburt des Sohnes
Otto Friedrich Emil
|
|
|
Otto Bury
promovierte zum Dr. rer. nat. und arbeitete als Chemiker.
|
|
1851
|
Am 24. Februar
stirbt Isaac Bury.
|
|
|
Er
zählte zu den bedeutendsten Goldschmieden des Hanauer Bijouteriegewerbes.
Mit seinem umfassenden Kunstverständnis, seiner ungewöhnlichen
Fachkenntnis und geschäftlichen Gewandtheit verpflichtete er einen künstlerisch
anspruchsvollen Kundenkreis, der die Firma Bury in weiten Teilen
Deutschlands und Hollands bekannt machte. Er hinterließ ein blühendes
Unternehmen, das seine Witwe in einer politisch und wirtschaftlich
schwierigen Zeit für die unmündigen Kinder weiterführen mußte.
|
|
1860
|
Friedrich Bury übernimmt
die Firma.
|
|
|
Er
erlernte das Goldschmiede-Handwerk im Betrieb der Familie und auf der
Hanauer Zeichenakademie. Seine Schmuckentwürfe, die sich zum Teil noch im
Besitz der Familie befinden, sind in ihrer graphischen Gestaltung
vorbildlich.
|
|
1863
|
Melanie Bury
heiratet Rudolf Röttelberg.
|
|
|
Rudolf
Röttelberg, ein Sohn des in Hanau bekannten Turnerführers Karl Röttelberg,
wurde der Kompagnon seines Schwagers und leitete den kaufmännischen
Bereich der Firma. Auf seinen Geschäftsreisen knüpfte er Verbindungen zu
Fürstenhäusern und erschloß der Firma Bury mit Aufträgen für Orden
und Ehrenzeichen eine handwerklich interessante Tätigkeit.
|
|
1874
|
Friedrich
Bury heiratet Anna Margarete Margraf
|
|
1875
|
Geburt des Sohnes Rudolf
|
|
1877
|
Geburt des Sohnes Ernst
|
|
1895
|
Am 2. Dezember stirbt Friedrich Bury.
|
|
|
Er
erlebte die Umwälzungen der industriellen Revolution, die einen
Handwerksbetrieb vor neuartige technische und wirtschaftliche Probleme
stellten. Die Konjunktur der Gründerjahre verflachte in den 8Oer Jahren;
der Absatz von Luxusgütern stagnierte. Friedrich Bury hat es in dieser
Zeit verstanden, das Geschäft den veränderten Bedingungen des
Binnenmarktes anzupassen. Er spezialisierte einen Teil des Betriebes auf
die Ordensfabrikation, die sich in der Folge als krisenfester
Produktionszweig erwies. Er hinterließ die Firma seinen Söhnen, die von
Rudolf Röttelberg umsichtig in den Betriebsablauf eingeführt wurden.
|
|
1898
|
Rudolf Bury erhält für das
Handwerkszeichen der Firma, den Mörser, bei dem neugegründeten
kaiserlichen Patentamt in Berlin die Eintragung als Warenzeichen.
"Dasselbe soll bestimmt sein für entstehende Fabrikationsartikel:
Herren- und Damenketten, Halsketten, Armbänder, Broschen und Ringe
...".
|
|
|
Die
Arbeitsteilung zwischen den Inhabern der Firma wurde beibehalten- Rudolf
Bury übernahm die kaufmännische, sein Bruder Ernst - nach Abschluß
seiner Ausbildung in Hanau, Pforzheim und Paris - die künstlerische und
technische Leitung.
|
|
1908
|
Ernst Bury heiratet Wilhelmine Zwicker
|
|
1912
|
Geburt des Sohnes Rudolf
|
|
1912
|
Rudolf Bury d. Ä.
heiratet Lotte Stutzer
|
|
1913
|
Geburt des Sohnes Fritz
|
|
1914
|
Mit dem Ausbruch des
1. Weltkrieges bricht der normale Geschäftsbetrieb zusammen.
|
|
|
Die
beiden Inhaber wurden Soldaten. Der Schwiegersohn Rudolf Röttelbergs,
Carl Hochreuther, seit einigen Jahren Prokurist, führte das Geschäft
weiter. Mit Ordens- und Ehrenzeichen-Aufträgen der Heeresverwaltung und
einiger Hofmarschallämter überstand die Firma die Kriegszeit.
|
|
1923
|
Nach mühsamen Neubeginn in den
Nachkriegsjahren beschert die Inflation der wertbeständigen
Schmuckindustrie eine vorübergehend gute Ertragslage. Die Firma Bury
spezialisiert sich auf die Herstellung handgefertigter Ketten.
|
|
1930
|
Die Söhne der
beiden Inhaber, Fritz und Rudolf Bury, treten in das Geschäft ein.
|
|
1932
|
Am 6. September
stirbt Ernst Bury.
|
|
|
Als
vielseitig ausgebildeter Goldschmied, der auch die Herstellung von
Serienware kennenlernte, war er stets bemüht, technische Neuerungen
einzuführen, um die Goldschmiede bei umständlicher Vorarbeit zu
entlasten und ihre gestaltende Handarbeit zu fördern.
|
|
1934
|
Am 2. September stirbt
Rudolf Bury d. Ä.
|
|
Auf
seinen ausgedehnten Geschäftsreisen legte Rudolf Bury großen Wert
darauf, zu seinen Kunden ein persönliches und freundschaftliches Verhältnis
herzustellen. Er war ein gewissenhafter und geschätzter Kaufmann und
hinterließ Sohn und Neffen nicht nur ein solides Unternehmen, sondern
auch eine Belegschaft von Mitarbeitern, deren fachliche und menschliche
Qualität für die Zukunft der Firma besonders wichtig wurde.
|
|
1935
|
Rudolf Bury d. J.
heiratet Hildegard Dinse.
|
|
1936
|
Die traditionelle Arbeitsteilung setzt
sich fort: Während sich Rudolf Bury d. J. der kaufmännischen Leitung
widmet, übernimmt Fritz Bury die Werkstatt und die Reisetätigkeit. Er
erschließt der Firma neue Gebiete von Schleswig-Holstein bis Ostpreußen.
|
|
|
Die
Restriktionen der damaligen Wirtschaftpolitik schufen auch für das
deutsche Bijouteriegewerbe besondere Erschwernisse, die teilweise
phantasievoll umgangen werden konnten. So ließ sich z.B. durch Initiative
von Georg Rothermund entwickelter Schmuck in der Kombination von Gold +
Edelstahl nach anfänglichen Widerständen gut verkaufen.
|
|
1939
|
Mit dem Kriegsbeginn verliert das
deutsche Bijouteriegewerbe seine Geschäftsgrundlage. Die beiden
Firmeninhaber wurden zur Deutschen Wehrmacht eingezogen. Der Betrieb veränderte
sich zu einer feinmechanischen Werkstatt, die für verschiedene Firmen
Drehteile und Kleingeräte produzierte.
|
|
1943
|
Fritz Bury, seit 1940 vom Wehrdienst
freigestellt, heiratet Gerda Dinse.
|
|
1944
|
Geburt der Tochter Gisela
|
|
1945
|
Am 19. März wird Hanau durch einen
Luftangriff zerstört. Die Firma verliert nicht nur ihr Geschäftshaus
sondern auch das Wohnhaus der Familie. Mit Millionen anderen Deutschen
teilt die Familie Bury das Schicksal materieller Vernichtung.
|
|
|
Während
Rudolf Bury, der im Herbst aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrte, in
Hanau-Hohe Tanne das kaufmännische Büro eröffnete, gelang Fritz Bury im
20 km entfernten Meerholz die Neuorganisation des Werkstattbetriebes. Die
alten Zurichtungsbücher und die Kupfermuster hatten den Krieg unversehrt
überstanden. Noch wesentlicher wurde der Neubeginn durch die Mitarbeiter
begünstigt, die sich der Firma auch in dieser schweren Zeit eng verbunden
fühlten.
|
|
1946
|
Geburt des Sohnes Claus.
|
|
|
Claus
Bury, der traditionsgemäß das Goldschmiedehandwerk erlernte, arbeitet
heute als Bildhauer.
|
|
1949
|
Im April wird die Firma unter ihrem
alten Namen Bury & Leonhard liquidiert und von Fritz Bury als Bury
& Co. weitergeführt. Eine Folge dieser Veränderung ist das
Ausscheiden Rudolf Burys als Mitinhaber der Firma.
|
|
|
Der
wirtschaftliche Aufschwung nach 1949 wirkte auch auf die Fa. Bury
belebend. Fritz Bury und Walter Fuchs, ein ebenso ideenreicher wie rühriger
Mitarbeiter, teilten sich die Reise, die besonderen Einsatzes bedurfte,
weil die Hälfte des Kundenstammes durch die politische Entwicklung
verloren ging.
|
|
1953
|
Fritz Bury verlegt den
Werkstattbetrieb wieder nach Hanau.
|
|
|
Vor
der Firma lagen 14 Jahre ruhiger Entfaltung. Die Bedingungen freier
Marktwirtschaft, das wachsende Bedürfnis nach repräsentativen Vermögenswerten
und billiges Gold führten zu einer Blütezeit des deutschen
Bijouteriegewerbes.
|
|
1962
|
Gisela Bury tritt in
die Firma ein und übernimmt nach dem Ausscheiden der langjährigen
Mitarbeiterin Elfriede Köhler die kaufmännische Leitung.
|
|
1968
|
Gisela Bury heiratet
Peter Kaiser.
|
|
1968
|
Die Firma bezieht den Neubau ihres
Geschäftshauses in der Breslauer Straße.
|
|
|
Die
Rezessionen der Jahre 1967 und 1972 sowie die sprunghafte Steigerung des
Goldpreises 1979 trafen die Firma mit großer Härte und erzwangen Änderungen
der Betriebsstruktur. Maschinengefertigte Ketten und der Konkurrenzdruck
aus dem Ausland bedeuteten für die Firma eine Belastung, aber auch eine
Herausforderung, der traditionellen handwerklichen Verpflichtung treu zu
bleiben und dem anspruchsvollen Kunden auch weiterhin das zu bieten, was
er sucht: das zeitlos-schöne, mit Sorgfalt handgefertigte Einzelstück.
|
|
1983
|
Neben der kaufmännischen Leitung übernimmt
Gisela Bury-Kaiser mit der Reisetätigkeit einen anderen wesentlichen Teil
der Geschäftsführung.
|
|
1984
|
Die Firma Bury besteht 225 Jahre. Das
sind 225 Jahre zäher Beharrlichkeit in 225 Jahren wechselvoller
Geschichte.
|
|
1987
|
Gisela Bury-Kaiser gründet einen
Schmuckhandel für Bury-Produkte.
|
|
|
Sie
beteiligt sich an internen und externen Ausstellungen mit dem
traditionellen Bury-Schmuck.
|
|
1989
|
Auflösung von Bury & Co und
gleichzeitig Gründung von Bury GmbH.
|
|
|
Diese
Veränderung führte zu einer Verlegung des Firmensitzes nach
Hanau-Steinheim und der Werkstatt nach Freigericht-Somborn. Neue
Gesellschafter wurden die langjährigen Bury-Mitarbeiter Elke Göbel
(Goldschmiedemeisterin) und Rudolf Kern (Kettengoldschmied). So wurde ein
stabiler Rückhalt in der Werkstatt gewährleistet und den Kunden eine
fachlich und handwerdklich hervorragende Beratung und Ausführung geboten.
|
|
1996
|
Am 19.04. wird die Firma Bury GmbH
aufgrund eines Gesellschafterbeschlusses aufgelöst.
|
|
1996
|
Am 1.10. übernimmt Rudolf Kern
selbstständig die Werkstatt in Somborn.
|
|
|
Er
stellt weiterhin Ketten, Armbände, Ringe und Ohrringe mit den ihm zur
Verfügung gestellten Bury-Zurichtungen und Werkzeugen her, so dass die
traditionelle Handarbeit erhalten bleibt.
|
|
2009
|
Gisela Bury-Kaiser und
Rudolf Kern sind bemüht, das Handwerk des Kettengoldschmiedes zu erhalten
und zu fördern, auch indem sie Kontakte zur Hanauer Zeichenakademie, zum
Goldschmiedehaus und zur Gesellschaft für Goldschmiedekunst auf vielfältige
Weise pflegen.
|